Forst- und Güterwegebau
Ein ökologisches Problem?
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Naturtipps - Naturschutz und Artenschutz in der Praxis
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| • | Zerstörung wertvoller Biotope. |
| • | Wege sind Barrieren für Tiere und tragen zur „Verinselung“ der Landschaft bei. Die Trennwirkung hängt stark von der Art der Wegbefestigung und der Nutzungshäufigkeit ab. => mehr zum Thema Landschaftszerschneidung |
| • | Durch die bessere Erreichbarkeit besteht die Gefahr der Nutzungsintensivierung. Dadurch verschwinden extensiv genutzte, ökologisch wertvolle Lebensräume. |
| • | Beunruhigung durch zunehmende menschliche Aktivität. Feld- und Forstwege werden nicht nur zur Bewirtschaftung, sondern auch für Sport- und Freizeitaktivitäten, zB als Wanderwege oder Mountainbikerouten, genutzt. |
| • | Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. |
| • | Wege verändern das Kleinklima, beeinflussen den Wasserhaushalt, führen zu Bodenverdichtung und Schadstoffeintrag durch den Verkehr. |
| • | Wegebau beschränken. Beim Wegebau ist eine sorgfältige Interessensabwägung und Alternativenprüfung erforderlich, bei der Naturschutzbelange ausreichend berücksichtigt werden. Nicht bzw kaum erschlossene Gebiete gezielt erhalten. |
| • | „Übererschließung“ verhindern. Ansprüche von Wildtieren sind bei der Erschließungsdichte zu berücksichtigen. Rehe brauchen beispielsweise wegfreie Räume mit einer Größe von 6 bis 11 ha als Flucht- und Rückzugsorte, dh dass die Wegdichte im Wald 80 m/ha nicht überschreiten sollte, um Rehwild ausreichend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. |
| • | Sorgfältige Trassenwahl. Wertvolle Lebensräume und Übergangszonen wie Wald- oder Gewässerränder dürfen nicht durch den Wegebau beeinträchtigt werden. |
| • | Geländeangepasste Trassierung. Die Linienführung soll sich an natürliche Geländeformen anlehnen und in die Landschaft eingliedern. Größere Abgrabungen und Aufschüttungen möglichst vermeiden. |
| • | Wegbreite beschränken. Wege nur so breit wie unbedingt nötig gestalten, die Wegbreite an Nutzungserfordernisse anpassen. Je schmäler ein Weg, desto geringer ist der Barriereeffekt für Tiere! |
| • | Weg möglichst wenig befestigen und nicht asphaltieren. Wasserdurchlässige und naturnahe Beläge verwenden, zB Kies- und Schotterwege anlegen, noch besser sind Erd- oder Graswege. Fußwege können an feuchten Stellen als Knüppelwege mit Stämmen und Ästen befestigt werden. Unebenheiten und Pfützen auf dem Weg belassen, nicht auffüllen. Auf den Mittelstreifen unbefestigter Wege gedeihen besondere Trittgesellschaften und Radspurtümpel dienen Gelbbauchunken als Laichgewässer. Auch bei stark belasteten Wegen ist oft keine geschlossene Asphaltdecke nötig, meist reichen zwei Betonspuren völlig aus. Naturwege verändern das Mikroklima weniger stark, der Zerschneidungs- und Barriereeffekt ist ebenso wie die Auswirkungen auf das Landschaftsbild geringer. Mit zunehmendem Grünanteil steigt die Bedeutung des Wegs als Lebensraum. |
| • | Weideroste auf Wegen sind für Amphibien und andere Kleintiere gefährliche Fallen, aus denen sie nicht mehr entkommen können. Deshalb Ausstiegshilfen aus griffigen Holzbrettern, die mit groben Drahtgitter bespannt bzw mit Quersprossen versehen sind, oder Lochblechen (Löcher 5 mm, Teilung 7-8 mm) schräg ansteigend mit maximal 60° Steigung einbauen. |
| • | Sind Stützmauern oder andere Maßnahmen zur Böschungssicherung nötig, auf eine naturnahe Bauweise achten. |
| • | Wegränder und Böschungen naturnah pflegen, keine Herbizide einsetzen. Artenreiche Weg- und Straßenränder sind Rückzugsgebiete und Wanderkorridore für viele Tier- und Pflanzenarten und fördern besonders in intensiv bewirtschafteten Gebieten die Artvielfalt. => mehr zum Thema Damm, Böschung, Wegrand |
| • | Traditionelle Holzzäune, Trockensteinmauern, Bäume und Gehölze an Wegrändern als wertvolle Landschaftselemente erhalten bzw anlegen. |
| • | Verkehr auf Forst- und Güterwegen auf Berechtigte beschränken. Nur fahren, wenn es auch wirklich notwendig ist. Das Anlegen von Stichwegen mit Wendemöglichkeit unterbindet Durchzugsverkehr. |
| • | Bestehende naturnahe Wege möglichst nicht ausbauen und befestigen. Alte historische Wege, zB tief eingeschnittene Hohlwege, erhalten. Sie sind durch eine Vielzahl an Kleinbiotopen gekennzeichnet und bieten Platz für spezialisierte Arten. Sie sind Rückzugsraum, Jagdrevier, Nahrungsbiotop und Brutplatz für unterschiedlichste Tiere, Reliktbiotope für einst weit verbreitete Arten und wichtige Vernetzungsstrukturen im Rahmen des Biotopverbunds. Voraussetzung für den wirksamen Schutz von historischen Hohlwegen ist die Erhaltung der Wegfunktion. Gezielte Pflegemaßnahmen wie Mahd, Gehölzschnitt oder Einrichtung eines Schutzstreifens zu angrenzenden intensiv genutzten Flächen sichern die Vielfalt an Kleinstrukturen. |
