Naturnahe Gewässerpflege
Ökologische Vielfalt an Fließgewässern fördern
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Naturtipps - Naturschutz und Artenschutz in der Praxis
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| • | Wenn Ablagerungen nur an machen Stellen entfernt werden, bleiben Strukturen erhalten und die geräumten Bereiche können leichter wiederbesiedelt werden. |
| • | Entkrautung beschränken: Wasserpflanzen strukturieren den Lebensraum. Sie bremsen die Fließgeschwindigkeit und bieten der Tierwelt Nahrung und Deckung. Gerade in monotonen Kanälen sind Wasserpflanzen wertvolle Gewässerstrukturen. Muss aus Gründen der Hochwassersicherheit entkrautet werden, genügt es oft, nur eine Gewässerhälfte oder den Mittelstreifen zu mähen. Bei zu üppigem Pflanzenwuchs helfen Ufergehölze, die durch Beschattung den Wuchs der Wasserpflanzen reduzieren. |
| • | Naturnah gepflegte Entwässerungsgräben sind gerade in intensiv genutzten Landschaften wertvolle Lebensräume. Auf den Einsatz von Grabenfräsen (Grabenschleudern) verzichten: Grabenfräsen töten einen Großteil der Tierwelt. Grabenreinigung im Herbst vor dem ersten Frost durchführen: Viele Tiere überwintern im Schlamm und sind daher durch die Grabenreinigung gefährdet. => mehr zum Thema Entwässerungsgräben |
| • | Wird das Aushubmaterial einige Tage am Grabenrand deponiert, wandern viele Tiere ins Gewässer zurück. |
| • | Röhrichte und Hochsta Hochstaudenfluren sind wertvolle Lebensräume an Gewässern. Hier leben Insekten und andere Kleintiere, brüten Vögel, finden Kleinsäuger Deckung. Der Bewuchs am Gewässerrand hat eine wichtige Filterfunktion, indem er Einträge von unerwünschten Fremdstoffen reduziert. Röhrichte und Hochstauden entwickeln sich, wenn nur einmal im Jahr, besser nur jedes zweite Jahr gemäht wird. Dies kann auch abschnittsweise alternierend praktiziert werden. |
| • | Ufergehölze sind charakteristische Elemente der meisten Gewässer. Die Beschattung verhindert eine zu starke Erwärmung des Wassers. Ins Wasser ragende Äste und Wurzeln strukturieren das Gewässer und sind Deckung für Fische. Gehölze stabilisieren mit ihrem Wurzelwerk die Böschungen, sind Pufferflächen gegenüber unerwünschten Stoffeinträgen, sind vernetzende Biotope und werten das Landschaftsbild auf. Die Gehölzpflege sollte möglichst nur abschnittsweise erfolgen. Bei den meisten Fließgewässern ist kein durchgehender Gehölzgürtel erforderlich, sondern eine abschnittsweise Bestockung anzustreben. Wenn Beschattung die Hauptfunktion ist, sind Gehölze vor allem am südlichen bis westlichen Ufer wichtig. |
| • | Gewässerrandflächen halten Nähr- und Schadstoffe zurück. Je breiter die Randfläche, desto größer die Pufferwirkung. Fünf Meter sollten jedoch möglichst nicht unterschritten werden. Selbstverständlich bleiben die Uferbereiche ungedüngt. Dadurch finden hier auch Tiere und Pflanzen Lebensraum, die aus der intensiv genutzten Landschaft weitgehend verdrängt wurden. Fließgewässer mit ihren Randflächen können so zu wichtigen Vernetzungselementen in der Kulturlandschaft werden. |
| • | Dämme als Magerstandorte: Viele Gewässer werden von Hochwasserschutzdämmen begleitet. Extensiv genutzte Dämme sind oft artenreiche Blumenwiesen. Die extensive Nutzung der Dammvegetation fördert das Wurzelwachstum und dadurch die Dammstabilität. Oft genügt dann eine jährliche Mahd. Nährstoffreichere Abschnitte sollten jedoch öfters gemäht werden, um dem Boden Nährstoffe zu entziehen Das Mahdgut muss dazu auf jeden Fall abtransportiert werden und darf nicht liegen lassen. (weitere Infos) |
| • | Gewässer brauchen Raum, damit aus sterilen Hochwasserabflussrinnen wieder Lebensräume werden. Bei verrohrten Gräben, zwischen Dämmen gezwängten Kanälen und gepflasterten Bächen genügt es nicht, einfach die Gewässerpflege umzustellen! |
